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Fragen und Antworten

Welchen Stellenwert haben Kobalt/Chrom Legierungen beim Gelenkersatz?
Kobalt/Chrom Legierungen gehören zu den am häufigsten verwendeten Materialien beim Gelenkersatz und werden seit vielen Jahrzehnten in der orthopädischen Industrie eingesetzt. In der als Standardversorgung geltenden Gelenkpaarung metallischer Gelenkkopf und Kunststoffpfanneneinsatz besteht der Kopf in der Regel aus einer Kobalt/Chrom Legierung.
Wo werden Zimmer Hüftsysteme für Deutschland zugelassen?
Die Zertifizierung von Zimmer Systemen für Deutschland erfolgt über die benannte Stelle BSi in England, einer global anerkannten Institution für die Zulassung von Medizinprodukten.
Wie sicher sind künstliche Hüftgelenke von Zimmer?
Der Hüftgelenkersatz gilt als eine der erfolgreichsten klinischen Behandlungsmethoden[i]. Er kann die Lebensqualität von Patienten, die an späten Stadien des Gelenkverschleißes leiden, enorm verbessern. In Deutschland werden jährlich etwa 200.000 künstliche Hüften[ii] eingesetzt, rund ein Drittel davon sind Prothesen aus dem Hause Zimmer[iii]. Bevor ein Implantat in Europa zum klinischen Einsatz kommt, durchläuft es eine mehrjährige Entwicklungszeit und viele Prüfungen. Diese Tests unterliegen international anerkannten Normen und Richtlinien. Erst danach kann das Produkt eine CE-Kennzeichnung erlangen. Das Verfahren für die Produkteinführung kann je nach Land variieren. Anders als bei Arzneimitteln hat der Arzt einen viel stärkeren Einfluss auf das letztendliche Behandlungsergebnis. Wie alle Hersteller stellt Zimmer mithilfe ausführlicher Operationsanleitungen und Schulungen die korrekte Handhabung seiner Implantate sicher.

[i] Quelle folgt: http://www.bmj.com/content/344/bmj.e2663.short?rss=1&utm_source=feed burner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+bmj% 2Frecent+%28Latest+from+BMJ%29
[ii] Quelle BVMed
[iii] Zimmer Daten
Wie werden Vorkommnisse mit Implantaten erfasst?
Sowohl Kliniken als auch Hersteller sind gesetzlich verpflichtet, Vorkommnisse mit ihren Implantaten an das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zu melden. In Deutschland wird nicht jede Meldung öffentlich gemacht, sondern nur wenn korrektive Maßnahmen erforderlich werden. Diese sind auf der Webseite des BrArM öffentlich einsehbar.
Wie lange hält ein künstliches Hüftgelenk?
Im Normalfall hält eine Endoprothese viele Jahre, bevor sie bedingt durch einen natürlichen Verschleißprozess gewechselt werden muss. Eine genaue Anzahl an Jahren anzugeben, ist schwierig, denn die Überlebenszeit einer Prothese – Standzeit genannt – ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählen unter anderem das Prothesendesign, die Operationstechnik, das Krankheitsbild des Patienten und andere patientenindividuelle Faktoren (Lebensstil, Grad der Aktivität, Geschlecht oder Knochenqualität)[i]. Untersuchungen zeigen zum Beispiel eine Überlebensrate von Hüftprothesen von 95% nach mindestens 10 Jahren bei Patienten, die älter sind als 75 Jahre. Das heißt, dass nur 5% der in den Studien untersuchten Hüftschäfte vor Ablauf von 10 ausgewechselt werden mussten[ii],[iii]. Diese Erkenntnisse und Zahlen lassen sich aber nicht pauschal auf alle Prothesen und auf jeden Einzelfall übertragen.

[i] Int Orthop. 2008 October; 32(5): 597–604.Published online 2007 April 19. doi:  10.1007/s00264-007-0364-3
[ii] Furnes O, Lie SA, Espehaug B, et al. Hip disease and the prognosis of total hip replacements. A review of 53,698 primary total hip replacements reported to the Norwegian Arthroplasty Register 1987–99. J Bone Jnt Surg Br. 2001;83(4):579–586. doi: 10.1302/0301-620X.83B4.11223.
[iii] Older J. Charnley low-friction arthroplasty: a worldwide retrospective review at 15 to 20 years. J Arthroplasty. 2002;17(6):675–680. doi: 10.1054/arth.2002.31973.
Welche Komplikationen können im Rahmen einer Hüftgelenkimplantation auftreten?
Wie bei jedem medizinischem Eingriff können auch beim Gelenkersatz Komplikationen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Komplikationen wie zum Beispiel Blutergüsse, Schwellungen, Lockerungen, Schmerzen, Entzündungen oder Knochenbrüche können unabhängig von den eingesetzten Prothesen immer auftreten. Sie sind weitläufig bekannt und gut untersucht. Viele Faktoren können diese Komplikationen verursachen[i]: unter anderem das Prothesendesign, die Operationstechnik, die Indikation oder patientenindividuelle Faktoren, wie etwa die Fortentwicklung der Grunderkrankung (meist schwere Arthrose in hohem Alter).

[i] Int Orthop. 2008 October; 32(5): 597–604.Published online 2007 April 19. doi: 10.1007/s00264-007-0364-3
Aus welchen Materialien bestehen künstliche Hüftgelenke von Zimmer?

Für die Komponenten bei zementiert verankerten Hüftschäften werden hochwertige Kobalt-Chrom-Legierungen und bei den zementfrei implantierten Schäften und Pfannen Titanlegierungen verwendet. Für die Gleitpartner (Kugelkopf und Pfanneneinsatz) stehen folgende Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung: Metall- oder Keramikkopf mit Polyethylenpfanneneinsatz (Inlay), Keramikkopf mit Keramikinlay und Metallkopf mit Metallinlay.

Grundsätzlich werden besonders körperverträgliche und verschleißfeste Materialien eingesetzt, um zu einer möglichst langen Haltbarkeit der Prothese beizutragen. 

Was sind Metall-auf-Metall Hüftsysteme und wie häufig werden sie eingesetzt?
Bei Metall-auf-Metall Systemen gleitet ein metallischer Hüftkopf in einem Pfanneneinsatz aus dem gleichen Material. Metall-auf-Metall Kombinationen werden auch für den Oberflächenersatz verwendet. Metall-auf-Metall Systeme haben einen relativ geringen Anteil an allen Hüftversorgungen weltweit, bei Zimmer haben sie weniger als 3 Prozent Anteil an allen Zimmer Hüftsystemen.
Gibt es Materialkombinationen, die keinen Abrieb produzieren?
Wie im natürlichen Gelenk kommt es auch bei allen Endoprothesen-Systemen unabhängig vom eingesetzten Material zu einem gewissen Verschleiß und damit Abrieb. Manche Kombinationen sind bekannt dafür, dass sie besonders wenig Abrieb unterworfen sind, haben aber möglicherweise andere Eigenschaften, die sie für bestimmte Patientengruppen weniger gut geeignet machen[i]. Das Ausmaß, in dem ein Gelenk verschleißt, wird aber auch von materialunabhängigen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört der präzise Einbau des Implantats oder wie umsichtig der Patient mit seiner Prothese umgeht[ii]. Grundsätzlich ist die Verringerung von Verschleiß und Abrieb der Schwerpunkt von Forschung und Entwicklung von Zimmer. Ziel ist es immer verschleißärmere Materialen zu entwickeln, die zu immer längeren Standzeiten der Prothesen beitragen können.

[i] Kuntz M, Validation of a New High Performance Alumina Matrix Composite for use in Total Joint Replacement. Seminars in Arthroplasty, 2006; 17: 141-145
[ii] Int Orthop. 2008 October; 32(5): 597–604.Published online 2007 April 19. doi: 10.1007/s00264-007-0364-3
Wann muss ein Implantat gewechselt werden?
Der häufigste Grund für den Wechsel eines Implantats ist, wenn es sich im Knochen lockert. Man bezeichnet das als aseptische Lockerung, sie tritt in der Regel erst nach vielen Jahren im normalen Lebenszyklus der Prothese auf[i]. Wenn eine Prothese früher als erwartet gewechselt werden muss, sind meist Entzündungen oder wiederkehrende Auskugelungen des Hüftkopfes aus der Hüftpfanne (Luxation oder Dislokation) verantwortlich[i]. Für den Patienten kann sich dies etwa durch Schmerzen oder neu auftretende Bewegungseinschränkungen bemerkbar machen. In diesem Fall sollten sich Betroffene an ihren Arzt wenden. Wichtig ist es auch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen, selbst wenn keine Beschwerden vorliegen. Der behandelnde Arzt kann so den Heilungsfortschritt beurteilen und eventuelle Komplikationen frühzeitig erkennen.

[i] Int Orthop. 2008 October; 32(5): 597–604.Published online 2007 April 19. doi: 10.1007/s00264-007-0364-3
Welches Implantat eignet sich für welchen Patienten?
Der Chirurg entscheidet anhand vieler Faktoren wie dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Geschlecht, dem Alter, dem Gewicht der Mobilität bzw. körperlichen Aktivität des Patienten oder der Knochenqualität welches System und welche Materialzusammensetzung für den Patienten am besten geeignet sind. Das gleiche gilt für die anzuwendende Operationstechnik – nicht jede Operationstechnik und nicht jedes Implantat sind für alle Patienten gleich gut geeignet.
Woher weiß ich, welche Endoprothese bei mir eingesetzt wurde?
Sie besprechen mit Ihren Arzt bereits vor dem Eingriff, welche Endoprothese Sie erhalten werden. Nach der Operation erhält zudem jeder Patient einen Endoprothesenpass. Dort ist vermerkt, welche Prothesenkomponenten man wann und wo erhalten hat. Dieses Dokument sollte der Patient nach Möglichkeit immer bei sich tragen, um jederzeit Ärzte, Krankengymnasten oder Physiotherapeuten informieren zu können. Auch bei Kontrollen z. B. an Flughäfen kann dieser Nachweis unter Umständen wichtig sein. Mehr Informationen zum Endoprothesenpass finden Sie in dem Schaubild rechts oben auf dieser Seite.
Können Implantate Allergien verursachen?
Allergien gegen die Metalllegierungen eines künstlichen Gelenks sind eher selten[i]. Informieren Sie dennoch Ihren Arzt frühzeitig vor der Operation, wenn bei Ihnen Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Stoffe und Substanzen wie etwa Chrom oder Nickel bekannt sind, denn in Hüft- oder Knieprothesen aus Metalllegierungen kann Nickel enthalten sein. Weiterführende Informationen biete die Arbeitsgruppe für allergologisch-immunologische Aspekte der Implantatmaterialverträglichkeit (AllergoMat) der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU München.

[i] Silva M, et al: Metal-on-Metal Total Hip Replacement. Clin Orthop Rel Res 430, 2005, 53–61
Was weiß man über erhöhte Metallionen Werte im Blut?
Die Auswirkungen von erhöhten Metallionen-Werten im Blut sind derzeit Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Abschließende Empfehlungen und Schlüsse sind derzeit noch nicht verfügbar. Hier finden Sie weitere Informationen über eine jüngst veröffentlichte Studie zum Thema.
Gibt es keine Alternativen zum Gelenkersatz?
Häufig verursacht fortgeschrittene Arthrose, der krankhafte Verschleiß des Gelenkknorpels, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Diagnose Arthrose macht aber nicht zwangsläufig ein künstliches Gelenk erforderlich. Wenn konservative Maßnahmen die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen allerdings nicht mehr ausreichend lindern können und die Betroffenen unter einer Verschlechterung ihrer gesamten Lebensqualität leiden, kann ein künstliches Gelenk eine Option sein. Wichtig ist, sich ausführlich medizinisch beraten zu lassen, um entscheiden zu können, ob ein Gelenkersatz in Frage kommt. Heilbar ist Arthrose mit den heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden nicht.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine künstliche Hüfte?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Da jede Hüftprothese nur eine begrenzte Lebensdauer hat und eventuell später gewechselt werden muss, wird der Gelenkersatz meist als letzte Möglichkeit bei schwerer Arthrose gesehen. Die Entscheidung, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, kann nur der Betroffene in enger Abstimmung mit seinem behandelnden Arzt treffen. Ein Faktor, der dabei eine wichtige Rolle spielt, ist die empfundene Beeinträchtigung der Lebensqualität durch den Patienten.